Falls Sie noch einmal nachlesen wollen, was in der Debatte gesagt wurde, hier das Ganze nochmal in schriftlicher Form:

 

 

 

Guten Tag, meine Damen und Herren. Wir beschäftigen uns heute mit dem Thema: Soll das Bargeld abgeschafft werden? Hierzu begrüße ich herzlich die Diskussionsteilnehmer. Um die Diskussion nun zu beginnen, bitte ich alle Anwesende ihre Position zu erläutern.

EZB:

Ich als Vorsitzender des EZB – Direktoriums bin mit verantwortlich für die Geldpolitik der Euro – Zone der Europäischen Union. In der folgenden Diskussion werde ich meinen Standpunkt für eine Einschränkung des Bargeldes – wie zum Beispiel die Abschaffung des 500€ - Scheins, vertreten.

Bü:

Ich bin als Bürger Deutschlands gespaltener Meinung. Deshalb bin ich um so gespannter auf eure Argumente und versuche die Auswirkungen einer Bargeldabschaffung auf die Bevölkerung zu erörtern.

St:

Meine Damen und Herren, vor euch sitzt keine geringere als die Vertreterin ganz Deutschlands. Grundsätzlich spreche ich mich für die Abschaffung des Bargeldes aus, mir sind jedoch auch negative Aspekte dieses Vorhabens bekannt.

GU:

Du scheinst dich ja besonders mächtig zu fühlen, Miss Germany. Ich teile zwar deine Meinung zu diesem kontroversen Thema, bin jedoch als Vorsitzender multinationaler Konzerne um einiges einflussreicher als du, ich...

KU:

… , wenn ich dich kurz unterbrechen dürfte? Um diese Vorstellungsrunde zu beenden stelle ich mich als Kleinunternehmer, nämlich Bäcker, und Gegner der Bargeldabschaffung vor.

Okay, nachdem nun alle Beteiligten ihre Positionen dargestellt haben, bitte ich den Kleinunternehmer seinen Standpunkt zu begründen.

KU:

Einmal davon abgesehen, dass wir kaum die finanziellen Mittel hätten, um uns eine Anschaffung von zahlreichen Kartenlesegeräten zu leisten, was für Vorteile würden diese denn mit sich bringen? Nicht umsonst gibt es häufig einen Mindestbetrag für Kartenzahlung, denn es fallen für uns Händler nennenswerte Gebühren an. Noch bis 2015 waren diese europaweit intransparent, sodass wir Händler - ich zitiere - „in Deutschland noch bis ins Jahr 2014 den Karten ausgebenden Banken und Sparkassen 1,73 Prozent des Umsatzes für Mastercard – Karten bzw. 1,58 Prozent für Visa – Karten zahlten.“ Das lohnt sich eben für die paar Brötchen und Gebäcke, die ich verkaufe, überhaupt nicht.

GU:

Wie du schon sagtest, bis 2015 waren die Gebühren so hoch. Und außerdem, was sind den 2 Prozent von einem Brötchen, das 50 ct kostet? Der eine Cent wird dich nicht arm machen. Aus der Sicht eines großen Unternehmens ist eine vollständige Abschaffung des Bargelds mehr als rentabel. In einer viel kürzeren Zeit können mehr Kunden versorgt werden, sodass das ganze System um einiges effizienter wäre. Und auch Bürger würden davon profitieren – die Warteschlangen an der Kassen verkürzen sich und auch die Anzahl an Diebstählen würde deutlich abnehmen.

Bü:

Das stimmt natürlich. Und der Geldbeutel wäre auch nicht mehr mit lästigen Centstücken überfüllt …

St:

Aber bedeutet weniger Bargeld tatsächlich mehr Sicherheit? Mir ist klar, dass Banken und Großunternehmen nur die Vorteile sehen, doch wie steht ihr zum Thema Cyberangriffe? In unserer immer technisierteren Welt nimmt die Anzahl an Viren, die gezielt versendet werden, dramatisch zu. Oder könnt ihr euch nicht mehr an die Cyberattacke auf englische Krankenhäuser letzten Jahres erinnern?

EZB:

Klar, aber denke doch auch mal an Schwarzarbeit. Diese ist viel schwieriger umzusetzen, wenn es kein - oder weniger - Bargeld geben würde und eine Kontrolle über finanzielle Resourcen wäre digital sehr viel einfacher. Damit könnte die Geldpolitik leichter und besser gemanaged werden.

Bü:

Wie soll das denn funktionieren? Ihr Banker seit ja nur darauf aus, negative Zinsen zu erheben.

GU:

Diese negativen Zinsen sind ja nicht unbedingt schlecht. Diese Maßnahme hält Konsumenten davon ab, ihr Vermögen ewig zu horten, sodass Bürger mehr investieren, was die deutsche Wirtschaft ankurbeln könnte.

St:

Du als Notenbank bist ja nicht allein für die Geldpolitik der Republik zuständig. Was sagen denn die Geschäftsbanken zu den jüngsten Entwicklungen?

EZB:

Diese sind, wie die EZB, gespaltener Meinung. Während die Sparkasse Argumente gegen eine Bargeldabschaffung veröffentlicht hat, wie zum Beispiel die Einschränkung der Freiheit beim Kauf oder die Entstehung eines von Willkür geprägten Tauschsystems, gibt es tatsächlich auch Geschäftsbanken, die eine vollständige Umstellung auf elektrische Zahlungsmittel unterstützen.

KU:

Wie könnt ihr euch überhaupt sicher sein, dass in Zukunft mit Nullen und Einsen gehandelt wird? Falls Kryptowährungen wie in der Vergangenheit enorm an Wert gewinnen und das Bargeld ersetzen, sind Banken unnötig.

Bü:

Na was denn nun? Woher sollen wir jetzt wissen was richtig ist?

 

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