Kryptowährungen - eine Alternative?

 

 

 

Neben den vielen bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten (wie beispielsweise Kreditkartenzahlung) gibt es mittlerweile sogar über 3000 neu erfundene Währungen, die Zahlungen und Geldanlagen ganz ohne Scheine/ Münzen und unabhängig von (Noten-)Banken ermöglichen. Man spricht hier von sogenannten „Kryptowährungen“. Was versteht man aber unter einer Kryptowährung, was hat es mit Bitcoin & co. auf sich?

 

Um erklären zu können, was eine Kryptowährung ist, sollte erst einmal definiert werden, was eigentlich „Geld“ ist:

 

Geld ist gemäß der volkswirtschaftlichen Definition eine Recheneinheit, ein Tausch-/Zahlungsmittel und ein Wertaufbewahrungsmittel. Diese Definition lässt sich auch auf Kryptowährungen übertragen.

 

Ein klarer Unterschied existiert jedoch: bekannte Währungen wie Euro, Dollar, usw. sind nicht nur Geld, sondern auch gesetzliche Zahlungsmittel. Kryptowährungen, also beispielsweise bitcoins oder litecoins sind jedoch rechtlich gesehen private Zahlungsmittel.

 

Kryptowährungen sind digitale (Quasi-)Währungen mit einem meist dezentralen und kryptografisch abgesicherten Zahlungssystem. Da nicht jeder ein wandelndes Wirtschaftslexikon ist, hier eine genauere Erklärung:

 

Das Wort „Kryptowährung“ leitet sich von dem griechischen Wort „kryptos“ ab, das so viel bedeutet wie „geheim“ oder „verschlüsselt“. Der Geldwert wird hier nämlich durch eine Verschlüsselung geschützt, die bei einem Zahlungsvorgang von einem anderen Computer entschlüsselt wird. Passt dann der Logarithmus, stellt der PC also fest, dass es sich um keine Fälschung handelt, dann kann erst eine Zahlung erfolgen.

 

Des Weiteren sind die Währungen in einem Blockchain verschlüsselt, das heißt, dass Systeme mit Kryptowährungen miteinander verbunden sind. Daher ist immer nachvollziehbar, wie viel das Geld gerade „wert“ ist, wie viel im Umlauf ist und wer, wie viel davon besitzt. Aus diesem Grund sind Fälschungen kaum möglich, denn jeder PC, der mit dem System verbunden ist, überprüft automatisch jeden Vorgang.

 

Außerdem bemisst sich der Wert des Geldes, wie auch bei staatlichen Währungen, nur über den Gebrauchswert. Für eine bestimmte Anzahl an beispielsweise bitcoins bekommt man also auch eine bestimmte Menge an Äpfeln. Die Menge an Äpfeln, die man erwerben kann, bemisst sich am aktuellen Wert des bitcoins, welcher wiederum von der Nachfrage nach bitcoins abhängt. Diese Währung unterliegt also einem schwankenden Wechselkurs, der während eines Zahlungsvorgangs jedoch ausgeblendet wird. Das bedeutet, dass man, nachdem der Zahlungsvorgang abgeschlossen ist, nicht weniger Äpfel für sein Geld bekommen würde, obwohl der Wert für dieses ab dem Beginn der Zahlung gesunken ist.

 

Die Zahlung findet hierbei direkt und nur zwischen den Teilnehmern statt. Es gibt keine Institution, die die Kontrolle über das System hat, wie zum Beispiel eine (Noten-)Bank. Deshalb nennt man es auch dezentral.

 

Übrigens nennt man jemanden, der mit Kryptowährungen handelt, einen aktiven Nutzer, während jemand, der sie wie Aktien behandelt und nur investiert, um später verkaufen zu können, passiver Nutzer genannt wird.

 

Aber egal ob passiv oder aktiv – ist es sinnvoll mit solchen Kryptowährungen zu handeln, für sie überhaupt Geld auszugeben?

 

Ein klarer Vorteil an ihnen ist, dass man durch sie unabhängig von (Noten-)Banken ist. Geht eine Währung unter bzw. gibt es eine, durch eine Notenbank vorgenommene Währungsreform, leidet man als Besitzer von „Geld“ einer privaten Währung nicht zwangsläufig darunter (ein ähnlicher Effekt bestünde allerdings auch bei dem Investment in eine anerkannte Fremdwährung (Devisen), z-Bsp. In Schweizer Franken, Dollar etc). Gibt es einen Kollaps des Bankensystems hat man eine Notreserve in Krypto-Geld.,

 

Außerdem verlaufen die Transaktionen bequem, oftmals schnell und kostenfrei, da die Währung nicht ohne Weiteres besteuert werden kann, weil sie privat ist.

 

Für ganze Wirtschaftssysteme ist das praktisch, für den einzelnen Bürger macht der Handel mit Kryptowährungen jedoch wahrscheinlich einen eher kleinen Unterschied. Zudem birgt dieser auch einige Nachteile:

 

Zum Beispiel lässt sich mit solchem Geld nicht überall bezahlen.

 

Des Weiteren gibt das System zwar vor, sehr sicher zu sein, kann aber keine 100prozentige Sicherheit garantieren. Allgemein besteht ein hohes Risiko beim Erwerb von Krytowährungen: Wenn der Wert einer Währung steigt, liegt das daran, dass viele in sie investieren, es steht also mehr Geld dahinter. Jedoch kann dieser Wert auch rapide sinken, wenn beispielsweise jemand, der viel von besagter Währung besitzt, alles verkauft. Man kann also nie wissen, ob das Krypto-Geld, immer mindestens genauso viel wert sein wird, wie man ursprünglich dafür „ausgegeben“ hat.

 

Hinzu kommt, dass ein nachvollziehbarer Fluss von Geld vorliegt. Theoretisch können also Kryptowährungen eine bessere Überwachung ermöglichen.

 

Letztendlich muss jedoch jeder selbst entscheiden, ob man das Risiko, sein Geld zu verlieren, einzugehen bereit ist. Wie zentral ist es für jemanden, die Unabhängigkeit von (Noten-)Banken zu erlangen und wie wichtig ist es, anonym zu bleiben?