Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es dazu kam, dass mit Nullen und Einsen gehandelt wird? Oder wie der Handel ohne Münzen und Scheine abgelaufen ist? Die Geschichte des Bargeldes haben wir hier für Sie in Kurzform dargestellt:

 

Früher wurde der Handel durch den gegenseitigen Austausch von Waren bestimmt. Dadurch entstanden jedoch auch gewisse Probleme. Wenn ein Schmied beispielsweise Werkzeuge herstellte, diese dann gegen ein Brötchen eintauschen wollte, der Bäcker aber gerade keine Verwendung dafür hatte, warum hätte er tauschen sollen? Die Lösung für dieses Problem lautet schlicht und einfach Geld. Geld ist ein Zwischentauschmittel, d.h. der Schmied tauscht sein Werkzeug gegen einen gewissen Geldbetrag bei einer dritten Partei ein, die dieses Werkzeug benötigt, und geht daraufhin zum Bäcker und gibt diesem Geld für ein Brötchen. Es werden nicht mehr Waren gegen Waren getauscht, sondern Waren gegen ein Objekt, dem alle beteiligten Parteien einen bestimmten Wert zumessen und das sie später wieder gegen Waren eintauschen können.

 

Aber es gab Geld nicht immer in der Form, wie wir es kennen - in Scheinen und Münzen. Die frühesten Formen von Geld gibt es seit mehreren tausend Jahren in Form von Natural-/Warengeld. Natural-/Warengeld können verschiedenste Dinge sein, von Schnecken und Muscheln bis zu Schmuck und Salz. Oft waren es seltene oder nützliche Dinge, wichtig war aber nur, dass diese primitive Währung in der jeweiligen Kultur, in der sie verwendet wurde, akzeptiert und als Wertgegenstand betrachtet wurde. Als erfolgreichstes Beispiel kann man hier die Kaurischnecke nennen, die in großen Teilen Afrikas und Asiens als vollwertiges Zahlungsmittel akzeptiert wurde.

 

Die ersten bekannten Münzen stammen aus dem 7. Jahrhundert vor Christus von den Lydern. Münzen haben den Vorteil, dass sie nur für den Zahlungsverkehr geschaffen wurden, und deshalb für alle den gleichen Wert besitzen. Dadurch musste man den festgelegten Preis einer Ware lediglich noch abzählen und nicht wiegen oder die Qualität des Natural-/Warengeldes abschätzen. Die frühen Münzen bestanden oft aus Kupfer, Silber oder Gold, da diese Metalle im allgemeinen als wertvoll betrachtet werden. Durch den jeweiligen Anteil der Metalle in einer Münze konnte man die vielen verschiedenen Währungen der damaligen Zeit unter einander tauschen und deren Wert ermitteln.

 

Das erste Papiergeld hat seinen Ursprung im China des 11. Jahrhunderts und wurde anfangs als Münzersatz hergestellt und nicht als Ergänzung. In Europa gab es immer wieder Versuche, Papiergeld einzuführen, die aber immer wieder mehr oder weniger scheiterten, das erste erfolgreiche europäische Papiergeld gab es ab 1833 in Großbritannien. Infolge der Industrialisierung und des stetigen Wirtschaftswachstums, erlangte eine funktionierende Geldversorgung einen immer größeren Stellenwert und da dem Papiergeld einfach ein höherer Wert zugeschrieben wurde, wurde Münzgeld zu Kleingeld.

 

Immaterielles Geld, auch Buchgeld genannt, gibt es seit dem 14. Jahrhundert in Italien. Man konnte Münzgeld oder Edelmetalle bei einer Bank einzahlen und bekam dafür einen Zins. Anschließend wurde geregelt, wann man sich sein Geld wieder auszahlen lassen konnte. Erst im 20.Jahrhundert wurde der Zahlungsverkehr ohne Bargeld zum Standard.

 

Elektronisches Geld ist per se eine Form des Buchgeldes. Dieses wird z.B. auf einer Geldkarte gespeichert und kann zur Verwendung als Bargeld bei einem Geldautomaten für den weiteren Gebrauch abgebucht oder elektronisch auf ein anderes Konto überwiesen werden.